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 Alltagsfrust

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Wladimir I
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BeitragThema: Alltagsfrust    Sa 18 Mai 2013, 23:04

Es gibt fast täglich etwas was mich, zwar nicht nachhaltig, aber oft in dem selben Rahmen ärgert. Ich möchte gerne wissen, was euch so ärgert. Bei mir sind es täglich irgendwelche Nachrichten; auch die Form nicht bloß der Inhalt. Zu der Form rechne ich auch die Sprache. Ich will ein Beispiel geben: Kürzlich habe ich mich habe ich mich über "streetworker" geärgert. Der Audruck wurde ständig verwendet ohne ihn einmal zu erläutern.
Nun, ich weiß schon, was er bedeutet und dass eine einfache Übersetzung das gar nicht trifft. Aber wieviele wissen das? Die Nachrichten werden doch für alle gemacht und ich bin sicher, die Masse weiß weder das eine noch das andere. Die, die das über ihr Schulenglisch herleiten wollen werden auf die falsche Fährte gesetzt. Das kann doch nicht der Sinn von Nachrichten sein!

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Fawkrin
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BeitragThema: Re: Alltagsfrust    Mo 20 Mai 2013, 02:37

Wladimir I schrieb:
Es gibt fast täglich etwas was mich, zwar nicht nachhaltig, aber oft in dem selben Rahmen ärgert. Ich möchte gerne wissen, was euch so ärgert. Bei mir sind es täglich irgendwelche Nachrichten; auch die Form nicht bloß der Inhalt. Zu der Form rechne ich auch die Sprache. Ich will ein Beispiel geben: Kürzlich habe ich mich habe ich mich über "streetworker" geärgert. Der Audruck wurde ständig verwendet ohne ihn einmal zu erläutern.
Nun, ich weiß schon, was er bedeutet und dass eine einfache Übersetzung das gar nicht trifft. Aber wieviele wissen das? Die Nachrichten werden doch für alle gemacht und ich bin sicher, die Masse weiß weder das eine noch das andere. Die, die das über ihr Schulenglisch herleiten wollen werden auf die falsche Fährte gesetzt. Das kann doch nicht der Sinn von Nachrichten sein!

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Ich benutze diesen Begriff nicht, obwohl er auch zu meiner Profession gehört. Ich verwende "aufsuchende Sozialarbeit." Die kann auf der Straße, in der Kneipe oder auch bei dem "Klient" zuhause stattfinden.

Bin kein Freund des Denglischen...
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Hubert Laufer
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BeitragThema: Re: Alltagsfrust    Mo 20 Mai 2013, 21:41

Fawkrin schrieb:
Wladimir I schrieb:
Es gibt fast täglich etwas was mich, zwar nicht nachhaltig, aber oft in dem selben Rahmen ärgert. Ich möchte gerne wissen, was euch so ärgert. Bei mir sind es täglich irgendwelche Nachrichten; auch die Form nicht bloß der Inhalt. Zu der Form rechne ich auch die Sprache. Ich will ein Beispiel geben: Kürzlich habe ich mich habe ich mich über "streetworker" geärgert. Der Audruck wurde ständig verwendet ohne ihn einmal zu erläutern.
Nun, ich weiß schon, was er bedeutet und dass eine einfache Übersetzung das gar nicht trifft. Aber wieviele wissen das? Die Nachrichten werden doch für alle gemacht und ich bin sicher, die Masse weiß weder das eine noch das andere. Die, die das über ihr Schulenglisch herleiten wollen werden auf die falsche Fährte gesetzt. Das kann doch nicht der Sinn von Nachrichten sein!

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Das Problem ist doch nachhaltig . Fast täglich können wir in den Medien ein "denglisches" Wort hören . Es wird erwartet , dass wir es kennen oder nachschauen , was es bedeutet . Inwieweit sind wir selbst davon infiziert ? Ich staunte nämlich nicht schlecht als ein User in einem Forum , der ausführlich und klug Themen erläutert , plötzlich postete (verkürzt) : "Nicht böse sein bin in der nächsten Zeit Offline ."
Warum konnte er nicht texten : Bin verreist in Kur oder sonst was ?
Das habe ich so in etwa geantwortet . Für mich ist das ein Beispiel dafür : Wir wollen zeigen , was wir wissen und verschleiern damit die
offene deutsche Sprache . Es bleibt eine winzige Aufgabe - überall - wo wir es feststellen , darauf hinzuweisen .
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BeitragThema: Re: Alltagsfrust    Di 21 Mai 2013, 00:40

Hubert Laufer schrieb:
Fawkrin schrieb:
Wladimir I schrieb:
Es gibt fast täglich etwas was mich, zwar nicht nachhaltig, aber oft in dem selben Rahmen ärgert. Ich möchte gerne wissen, was euch so ärgert. Bei mir sind es täglich irgendwelche Nachrichten; auch die Form nicht bloß der Inhalt. Zu der Form rechne ich auch die Sprache. Ich will ein Beispiel geben: Kürzlich habe ich mich habe ich mich über "streetworker" geärgert. Der Audruck wurde ständig verwendet ohne ihn einmal zu erläutern.
Nun, ich weiß schon, was er bedeutet und dass eine einfache Übersetzung das gar nicht trifft. Aber wieviele wissen das? Die Nachrichten werden doch für alle gemacht und ich bin sicher, die Masse weiß weder das eine noch das andere. Die, die das über ihr Schulenglisch herleiten wollen werden auf die falsche Fährte gesetzt. Das kann doch nicht der Sinn von Nachrichten sein!

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Warum konnte er nicht texten : Bin verreist in Kur oder sonst was ?
Das habe ich so in etwa geantwortet . Für mich ist das ein Beispiel dafür : Wir wollen zeigen , was wir wissen und verschleiern damit die
offene deutsche Sprache . Es bleibt eine winzige Aufgabe - überall - wo wir es feststellen , darauf hinzuweisen .

Danke für die Antworten. Insbesondere den letzten Satz von Hubert sollte man in der Praxis beherzigen. Das Problem ist, wie sehr richtig erkannt, nachhaltig.

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Fawkrin
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BeitragThema: Re: Alltagsfrust    Mi 22 Mai 2013, 00:58

Hubert Laufer schrieb:
Fawkrin schrieb:


Ich benutze diesen Begriff nicht, obwohl er auch zu meiner Profession gehört. Ich verwende "aufsuchende Sozialarbeit." Die kann auf der Straße, in der Kneipe oder auch bei dem "Klient" zuhause stattfinden.

Bin kein Freund des Denglischen...
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Mit Denglisch kann man gut sein Nichtwissen verschleiern und sich gleichzeitig als "trendy" und "stylish" in Szene setzen.
Sprache dient auch zur sozialen Abgrenzung.
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Hubert Laufer
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BeitragThema: Re: Alltagsfrust    Mi 22 Mai 2013, 01:53

Fawkrin schrieb:
Hubert Laufer schrieb:

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Das Problem ist doch nachhaltig . Fast täglich können wir in den Medien ein "denglisches" Wort hören . Es wird erwartet , dass wir es kennen oder nachschauen , was es bedeutet . Inwieweit sind wir selbst davon infiziert ? Ich staunte nämlich nicht schlecht als ein User in einem Forum , der ausführlich und klug Themen erläutert , plötzlich postete (verkürzt) : "Nicht böse sein bin in der nächsten Zeit Offline ."
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Das habe ich so in etwa geantwortet . Für mich ist das ein Beispiel dafür : Wir wollen zeigen , was wir wissen und verschleiern damit die
offene deutsche Sprache . Es bleibt eine winzige Aufgabe - überall - wo wir es feststellen , darauf hinzuweisen .

Mit Denglisch kann man gut sein Nichtwissen verschleiern und sich gleichzeitig als "trendy" und "stylish" in Szene setzen.
Sprache dient auch zur sozialen Abgrenzung.
----
Leider ist es so . Mitunter ist es auch eine Ausgrenzung . Erinnere mal zusätzlich daran , wie viele Kürzel das sogenannte Simsen mit sich gebracht hat .
Darin wird außerdem die Verarmung der Sprache und des Denkens deutlich . Viele Jüngere merken das nicht einmal .
Wie sollen solche Menschen Mängel in der Gesellschaft usw. erkennen , wenn man sich bereits sprachlich abgrenzt und dadurch der
Radius des Denkens immer kleiner wird ? Wir sind zu einem beachtlichen Teil auf diesem Wege eine scheibchenweise manipulierte
Gesellschaft geworden . Einerseits wird allen suggeriert : Du bist frei in Deinen Entscheidungen , andererseits merken viele
gar nicht mehr , wie sie gegängelt werden .
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BeitragThema: Re: Alltagsfrust    Mi 22 Mai 2013, 05:44

Hubert Laufer schrieb:
Fawkrin schrieb:
Hubert Laufer schrieb:

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Das Problem ist doch nachhaltig . Fast täglich können wir in den Medien ein "denglisches" Wort hören . Es wird erwartet , dass wir es kennen oder nachschauen , was es bedeutet . Inwieweit sind wir selbst davon infiziert ? Ich staunte nämlich nicht schlecht als ein User in einem Forum , der ausführlich und klug Themen erläutert , plötzlich postete (verkürzt) : "Nicht böse sein bin in der nächsten Zeit Offline ."
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Mit Denglisch kann man gut sein Nichtwissen verschleiern und sich gleichzeitig als "trendy" und "stylish" in Szene setzen.
Sprache dient auch zur sozialen Abgrenzung.
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Leider ist es so . Mitunter ist es auch eine Ausgrenzung . Erinnere mal zusätzlich daran , wie viele Kürzel das sogenannte Simsen mit sich gebracht hat .
Darin wird außerdem die Verarmung der Sprache und des Denkens deutlich . Viele Jüngere merken das nicht einmal .
Wie sollen solche Menschen Mängel in der Gesellschaft usw. erkennen , wenn man sich bereits sprachlich abgrenzt und dadurch der
Radius des Denkens immer kleiner wird ? Wir sind zu einem beachtlichen Teil auf diesem Wege eine scheibchenweise manipulierte
Gesellschaft geworden . Einerseits wird allen suggeriert : Du bist frei in Deinen Entscheidungen , andererseits merken viele
gar nicht mehr , wie sie gegängelt werden .

Eine Diskussion dieser Art gefällt mir. Sie tröstet mich, weil ich sehe, dass ich mit meinen Betrachtungen nicht allein bin. Ich danke euch beiden.

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BeitragThema: Re: Alltagsfrust    Mi 22 Mai 2013, 07:04

Wladimir I schrieb:
Hubert Laufer schrieb:

----
Leider ist es so . Mitunter ist es auch eine Ausgrenzung . Erinnere mal zusätzlich daran , wie viele Kürzel das sogenannte Simsen mit sich gebracht hat .
Darin wird außerdem die Verarmung der Sprache und des Denkens deutlich . Viele Jüngere merken das nicht einmal .
Wie sollen solche Menschen Mängel in der Gesellschaft usw. erkennen , wenn man sich bereits sprachlich abgrenzt und dadurch der
Radius des Denkens immer kleiner wird ? Wir sind zu einem beachtlichen Teil auf diesem Wege eine scheibchenweise manipulierte
Gesellschaft geworden . Einerseits wird allen suggeriert : Du bist frei in Deinen Entscheidungen , andererseits merken viele
gar nicht mehr , wie sie gegängelt werden .

Eine Diskussion dieser Art gefällt mir. Sie tröstet mich, weil ich sehe, dass ich mit meinen Betrachtungen nicht allein bin. Ich danke euch beiden.

Wladimir I

Bitte, bitte, Wladimir.
Zur Verarmung der Sprache bei gleichzeitiger Gängelung durch deren Manipulation: Ich bearbeite in einer 4. Klasse einer Grundschule in einem gehobenen Wohnviertel meiner Stadt das Thema Freundschaft. Die Kinder lieferten die Idee, ein Freund solle nicht angeben und nicht Lügen. Als ich die Klasse nach dem Gegenteil von Angeberei fragte, kamen einige sinnvolle Beiträge. Allerdings hatte ich das Wort Bescheidenheit erwartet. Im anschliessenden Gespräch mit der Klassenlehrerin äußerte ich dies. Sie erzählte mir, erst vor einigen Tagen habe sie das Wort benutzt und mit Erstaunen festgestellt, es war nicht bekannt. Die Akademikerkinder und die "Anderen" kannten dieses Wort nicht.
Tja, Bescheidenheit ist in einer neoliberalen Konsumgesellschaft wohl ein Unwort. Es widerspricht vielen finanziellen Interessen und dem Lebensstil bestimmter Milieus.
Georg Orwell 1948 lässt grüßen.
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kalle
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BeitragThema: Re: Alltagsfrust    Mi 22 Mai 2013, 08:30


ich bin ein bisschen geschockt, dass man das Wort "Bescheidenheit" in den Klassen nicht kennt oder kannte... (seltsam)



ich habe einen Beitrag gefunden, mit dem ich mich identifizieren kann...





"Bescheidenheit, auch Genügsamkeit, ist eine Verhaltensweise von Menschen, wenig von etwas für sich zu beanspruchen, selbst dann, wenn die Möglichkeit der Vorteilnahme bestünde; sie bedeutet auch, zugunsten anderer auf etwas zu verzichten. Bescheidenheit als Lebensprinzip entsteht häufig aus der Einsicht, dass alles Übermaß im Leben schädlich ist. Gemäß dem altgriechischen Merkspruch: Nichts zu viel. Die Bescheidenheit hängt eng zusammen mit der Mäßigung, einer der vier Kardinaltugenden. lt .Wiki.

Ich kann dazu sagen, dass ich ein sozial denkender Mensch bin, gönnen kann und mich auch zurücknehmen. Sicher ist es nicht immer angebracht. Das gesunde Mittelmaß versuche ich hinzubekommen."




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BeitragThema: Re: Alltagsfrust    Mi 22 Mai 2013, 18:53

Fawkrin schrieb:
Wladimir I schrieb:


Eine Diskussion dieser Art gefällt mir. Sie tröstet mich, weil ich sehe, dass ich mit meinen Betrachtungen nicht allein bin. Ich danke euch beiden.

Wladimir I

Bitte, bitte, Wladimir.
Zur Verarmung der Sprache bei gleichzeitiger Gängelung durch deren Manipulation: Ich bearbeite in einer 4. Klasse einer Grundschule in einem gehobenen Wohnviertel meiner Stadt das Thema Freundschaft. Die Kinder lieferten die Idee, ein Freund solle nicht angeben und nicht Lügen. Als ich die Klasse nach dem Gegenteil von Angeberei fragte, kamen einige sinnvolle Beiträge. Allerdings hatte ich das Wort Bescheidenheit erwartet. Im anschliessenden Gespräch mit der Klassenlehrerin äußerte ich dies. Sie erzählte mir, erst vor einigen Tagen habe sie das Wort benutzt und mit Erstaunen festgestellt, es war nicht bekannt. Die Akademikerkinder und die "Anderen" kannten dieses Wort nicht.
Tja, Bescheidenheit ist in einer neoliberalen Konsumgesellschaft wohl ein Unwort. Es widerspricht vielen finanziellen Interessen und dem Lebensstil bestimmter Milieus.
Georg Orwell 1948 lässt grüßen.
-----
Fawkrin , wenn wir Dein Beispiel grundsätzlich hinterfragen , ist das für mich dem Individualismus geschuldet . Ich will haben .... , ist das
häufige Anliegen der Heranwachsenden . "Wer soll das bezahlen ?" -- Mir egal : Ich will ...
So entstand die Atmosphäre , dass Maß , Mitte und Bescheidenheit aus dem Denken vieler Jüngeren verbannt wurde . Gehe ich noch weiter
- trifft für Dich nicht zu , weil Du ja sozial tätig bist - dann lebt inzwischen eine Elterngeneration , die "nur" den Wohlstand kennt .
Daraus folgt : Es fehlt die Empathie sich in die Probleme anderer hinzuversetzen .Gestern bei Anne Will über "Eliten" .
Jetzt erwähne ich , dass der "Soziologe" genau das beklagte . Mit anderen Worten : Der flapsige Spruch lautet :
Wenn jeder an sich denkt , ist allen geholfen .---- Dass dieser Spruch Unsinn ist , wird gar nicht mehr erkannt .
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BeitragThema: Re: Alltagsfrust    Mi 22 Mai 2013, 22:28

Fawkrin , wenn wir Dein Beispiel grundsätzlich hinterfragen , ist das für mich dem Individualismus geschuldet . Ich will haben .... , ist das
häufige Anliegen der Heranwachsenden . "Wer soll das bezahlen ?" -- Mir egal : Ich will ...
So entstand die Atmosphäre , dass Maß , Mitte und Bescheidenheit aus dem Denken vieler Jüngeren verbannt wurde . Gehe ich noch weiter
- trifft für Dich nicht zu , weil Du ja sozial tätig bist - dann lebt inzwischen eine Elterngeneration , die "nur" den Wohlstand kennt .
Daraus folgt : Es fehlt die Empathie sich in die Probleme anderer hinzuversetzen .Gestern bei Anne Will über "Eliten" .
Jetzt erwähne ich , dass der "Soziologe" genau das beklagte . Mit anderen Worten : Der flapsige Spruch lautet :
Wenn jeder an sich denkt , ist allen geholfen .---- Dass dieser Spruch Unsinn ist , wird gar nicht mehr erkannt . [/quote]


dass dieser Spruch Unsinn ist?
nein er ist nicht nur Unsinn, sondern reiner "Egoismus"

es gibt fast nur noch "Egoisten" auf dieser Welt, JEDER ist sich selbst der "Nächste"

und glaube mir, vielleicht gehörst auch DU ein bischen dazu...

ICH jedenfalls nicht, ich hasse diesen "Egoismus"
PS.: übrigens ist "Egoismus" nicht nur aus unserer dieser Zeit, das gab es schon immer (leider)
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BeitragThema: Re: Alltagsfrust    Do 23 Mai 2013, 05:38

kalle schrieb:
Fawkrin , wenn wir Dein Beispiel grundsätzlich hinterfragen , ist das für mich dem Individualismus geschuldet . Ich will haben .... , ist das
häufige Anliegen der Heranwachsenden . "Wer soll das bezahlen ?" -- Mir egal : Ich will ...
So entstand die Atmosphäre , dass Maß , Mitte und Bescheidenheit aus dem Denken vieler Jüngeren verbannt wurde . Gehe ich noch weiter
- trifft für Dich nicht zu , weil Du ja sozial tätig bist - dann lebt inzwischen eine Elterngeneration , die "nur" den Wohlstand kennt .
Daraus folgt : Es fehlt die Empathie sich in die Probleme anderer hinzuversetzen .Gestern bei Anne Will über "Eliten" .
Jetzt erwähne ich , dass der "Soziologe" genau das beklagte . Mit anderen Worten : Der flapsige Spruch lautet :
Wenn jeder an sich denkt , ist allen geholfen .---- Dass dieser Spruch Unsinn ist , wird gar nicht mehr erkannt .


dass dieser Spruch Unsinn ist?
nein er ist nicht nur Unsinn, sondern reiner "Egoismus"

es gibt fast nur noch "Egoisten" auf dieser Welt, JEDER ist sich selbst der "Nächste"

und glaube mir, vielleicht gehörst auch DU ein bischen dazu...

ICH jedenfalls nicht, ich hasse diesen "Egoismus"
PS.: übrigens ist "Egoismus" nicht nur aus unserer dieser Zeit, das gab es schon immer (leider)
[/quote]
-----
Kalle , wenn ich im Forum eine Meinung vertrete dann meine ich eine allgemeine Tendenz .
Generell bleibt ein gesunder Egoismus lebenswichtig . Am besten kann ich das an Extremen erklären .
Schon wiederholt haben sich Heranwachsende das Leben genommen , weil sie -so hieß es - dass Mobbing
übers Internet nicht mehr aushielten . --- Ich sage : Ein richtiger Egoismus hätte sagen müssen ,
von denen lasse ich mich nicht kleinkriegen und schaue einfach nicht mehr die dämlichen Meinungen an .
Ich werde hier nicht erläutern , wo mir mein gesunder Egoismus geholfen hat .
Allgemein vertrete ich seit langem die Meinung : niemand hat das Recht mich zu schikanieren usf .
In der Tendenz haben wir aber einen überzogenen Individualismus , der sagt :
Ich darf das . Ihr müsst das tolerieren . Dass diese konsequente Haltung in sich intolerant ist ,
sehe etliche Mitmenschen nicht ein . -- Bleibe ich bei meinem Beispiel dann ist Mobbing übers Netz
nur möglich , weil dies anonym geschieht . Die Mobber meinen : sie üben Macht über den anderen aus .
Im Grunde zeigen sie nur ihre Feigheit ....
Natürlich gab es Egoismus schon immer , aber die Erwartungshaltung Jugendlicher bremst ihn kaum noch .
In meiner Jugend wurde er massiv abgemildert , weil es nichts gab und jeder spürte : Man braucht auch andere .
Dies ist heute kaum noch zu beobachten . Viele meinen : Ich brauche niemanden usw .
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BeitragThema: Re: Alltagsfrust    Do 23 Mai 2013, 05:57



und sie werden alle merken, dass sie doch jemand anders noch brauchen..

ich finde es richtig gut, wenn man sich gegenseitig noch "braucht"

ich erfahre das des öfteren (aber doch nicht sooo oft)

so habe ich heute mal wieder von einem Schwager ganz uneigennützig seine Hilfe angeboten bekommen,

der hat doch tatsächlich 3 x Schutt und Müll und Gartenabfälle für mich kostenlos bei Werkstatthof "entsorgt"

und das ohne dass man ihn gefragt hat... so richtig selbstlos...

(so einen Freund muß man erst mal suchen - gibt es nicht so oft)
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BeitragThema: Re: Alltagsfrust    Do 23 Mai 2013, 06:32

kalle schrieb:


und sie werden alle merken, dass sie doch jemand anders noch brauchen..

ich finde es richtig gut, wenn man sich gegenseitig noch "braucht"

ich erfahre das des öfteren (aber doch nicht sooo oft)

so habe ich heute mal wieder von einem Schwager ganz uneigennützig seine Hilfe angeboten bekommen,

der hat doch tatsächlich 3 x Schutt und Müll und Gartenabfälle für mich kostenlos bei Werkstatthof "entsorgt"

und das ohne dass man ihn gefragt hat... so richtig selbstlos...

(so einen Freund muß man erst mal suchen - gibt es nicht so oft)
---
Schön für Dich . Aber -- viele Heranwachsende werden als kleine Narzissten erzogen und sehen sich selbst als
der Nabel der Welt . Kritisieren darf man das nicht , sonst ist man als Älterer für immer und ewig untendurch .
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BeitragThema: Re: Alltagsfrust    Mi 05 Jun 2013, 06:53

Hubert Laufer schrieb:
kalle schrieb:


und sie werden alle merken, dass sie doch jemand anders noch brauchen..

ich finde es richtig gut, wenn man sich gegenseitig noch "braucht"

ich erfahre das des öfteren (aber doch nicht sooo oft)

so habe ich heute mal wieder von einem Schwager ganz uneigennützig seine Hilfe angeboten bekommen,

der hat doch tatsächlich 3 x Schutt und Müll und Gartenabfälle für mich kostenlos bei Werkstatthof "entsorgt"

und das ohne dass man ihn gefragt hat... so richtig selbstlos...

(so einen Freund muß man erst mal suchen - gibt es nicht so oft)
---
Schön für Dich . Aber -- viele Heranwachsende werden als kleine Narzissten erzogen und sehen sich selbst als
der Nabel der Welt . Kritisieren darf man das nicht , sonst ist man als Älterer für immer und ewig untendurch .

So ist es. Den Kleinen darf es an nichts fehlen und alle Hindernisse werden ihnen von Mama und Papa aus dem Weg geräumt. Gibt es in der Grundschule mal eine Prügelei mit einem anderen Kind, so hat dieses andere Kind gefälligst die Schule zu wechseln, sonst droht der Herr Papa Rechtsanwalt mit der ADD und der Presse. Auf die Idee, die Jungs das mal selbst klären zu lassen, kommen so manche Akademikereltern nicht mehr...
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BeitragThema: Alltagsfrust Nachrichtenerstattung   Mi 05 Jun 2013, 20:55

Noch ein fast täglich auftretender Alltagsfrust ist, dass ich mich nahezu jeden morgen über die Nachrichtenerstattung ärgere. Da gibt es viele Facetten; eine Spielart ist, wie durch gefärbte, falsche Berichterstattung die Menschen hin zu einem gewollten Gefühl, einer gewollten Meinung geführt werden. Meist merkt es Otto Normalverbraucher gar nicht.
Das jüngste Beispiel war heute zum wiederholten Mal eine Aussage zu den Demonstrationen gegen Erdogan und dem Handeln der Polizei:
Es wurde gesagt, die Demonstration sei gegen das Vorhaben der Regierung gerichtet dort auf dem Taksim-Platz ein Einkaufszentrum zu errichten.
Ferner die Polizei würde aus Flugzeugen/Hubschraubern Tränengas über die harmlosen Demonstranten versprühen.
Diese beiden "Nachrichten" sind unsinnig und falsch, das kann man doch sofort erkennen - aber nur, wenn man ein wenig nachdenkt und sie nicht einfach schluckt.


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BeitragThema: Re: Alltagsfrust    Fr 07 Jun 2013, 06:58

Wladimir I schrieb:
Noch ein fast täglich auftretender Alltagsfrust ist, dass ich mich nahezu jeden morgen über die Nachrichtenerstattung ärgere. Da gibt es viele Facetten; eine Spielart ist, wie durch gefärbte, falsche Berichterstattung die Menschen hin zu einem gewollten Gefühl, einer gewollten Meinung geführt werden. Meist merkt es Otto Normalverbraucher gar nicht.
Das jüngste Beispiel war heute zum wiederholten Mal eine Aussage zu den Demonstrationen gegen Erdogan und dem Handeln der Polizei:
Es wurde gesagt, die Demonstration sei gegen das Vorhaben der Regierung gerichtet dort auf dem Taksim-Platz ein Einkaufszentrum zu errichten.
Ferner die Polizei würde aus Flugzeugen/Hubschraubern Tränengas über die harmlosen Demonstranten versprühen.
Diese beiden "Nachrichten" sind unsinnig und falsch, das kann man doch sofort erkennen - aber nur, wenn man ein wenig nachdenkt und sie nicht einfach schluckt.


Wladimir I

Ich habe es vor längerer Zeit an einem anderen Ort der virtuellen Welt schon einmal geschrieben: Es geht nicht über ein eigenständiges und kritisches Denken. Selbstreflexion ist nötig. Die Suche nach verschiedenen Quellen zu einem Ereignis. Die Idee, Berichterstattung verfolgt immer mehrere Ziele, ist immer richtig. Die Frage, wem nützt eine Darstellung, immer angebracht. Und so weiter...

Und auch hier. Herr Erdogan ist in Deutschland bei Otto Normalverbraucher und Lieschen Müller nicht beliebt. Wer Nachrichten und Werbezeit verkaufen will, bedient besser diese Haltung.

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BeitragThema: Alltagsfrust - die Sprachverderber   Mo 10 Jun 2013, 11:19

Zu meinem Alltagsfrust gehören auch die Sprachverderber. Wir haben Arten davon wie "Denglisch" die Fremdwörtersucht dabei schon erwähnt. Wir können das auch nochmals aufgreifen und vertiefen.
Aber heute will ich auf etwas hinaus das mir neu zu sein scheint. Es ist die Abkürzungssprache.
Die AbküSpra hat neuerdings aus dem Morgenmagazin "MoMa" gemacht und aus dem Mittagsmagazin "Mima". Ich frage mich was das soll?


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BeitragThema: Re: Alltagsfrust    Mo 10 Jun 2013, 18:08

Wladimir I schrieb:
Zu meinem Alltagsfrust gehören auch die Sprachverderber. Wir haben Arten davon wie "Denglisch" die Fremdwörtersucht dabei schon erwähnt. Wir können das auch nochmals aufgreifen und vertiefen.
Aber heute will ich auf etwas hinaus das mir neu zu sein scheint. Es ist die Abkürzungssprache.
Die AbküSpra hat neuerdings aus dem Morgenmagazin "MoMa" gemacht und aus dem Mittagsmagazin "Mima". Ich frage mich was das soll?


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Ich vermute , dass hat man vom "Simsen" übernommen . Die TV-Sender u.a. gehen davon aus , dass das Kürzel ausreicht ,
damit es bei uns Benutzern "funkt" . Einerseits stört es mich nicht immer , andererseits zeigt es wie wir auch sprachlich dirigiert werden .
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BeitragThema: Re: Alltagsfrust    Mo 10 Jun 2013, 22:12

Hubert Laufer schrieb:
Wladimir I schrieb:
Zu meinem Alltagsfrust gehören auch die Sprachverderber. Wir haben Arten davon wie "Denglisch" die Fremdwörtersucht dabei schon erwähnt. Wir können das auch nochmals aufgreifen und vertiefen.
Aber heute will ich auf etwas hinaus das mir neu zu sein scheint. Es ist die Abkürzungssprache.
Die AbküSpra hat neuerdings aus dem Morgenmagazin "MoMa" gemacht und aus dem Mittagsmagazin "Mima". Ich frage mich was das soll?
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Ich vermute , dass hat man vom "Simsen" übernommen . Die TV-Sender u.a. gehen davon aus , dass das Kürzel ausreicht ,
damit es bei uns Benutzern "funkt" . Einerseits stört es mich nicht immer , andererseits zeigt es wie wir auch sprachlich dirigiert werden .

Die TV-Verantwortlichen könnten aber einmal auch davon ausgehen, dass sie für Pflege und Erhalt unserer wunderbaren Sprache eine große Verantwortung tragen. Das beginnt schon damit, dass kaum einer der Sprecher nach "wegen" den Genitiv benutzt. Wegen dem Wetter, wegen dem Fußballspieler xy dürfte es bei den "Öffentlich Rechtlichen" nicht geben.
Auch wird bei fremdsprachlicher Ausbildung oftmals den Schülern aufgegeben Ausschnitte von Fernsehübertragungen zu übersetzen. Was soll sich denn ein Ausländer unter "unser MoMa-Reporter" vorstellen?

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BeitragThema: Re: Alltagsfrust    Di 11 Jun 2013, 05:34

Wladimir I schrieb:
Zu meinem Alltagsfrust gehören auch die Sprachverderber. Wir haben Arten davon wie "Denglisch" die Fremdwörtersucht dabei schon erwähnt. Wir können das auch nochmals aufgreifen und vertiefen.
Aber heute will ich auf etwas hinaus das mir neu zu sein scheint. Es ist die Abkürzungssprache.
Die AbküSpra hat neuerdings aus dem Morgenmagazin "MoMa" gemacht und aus dem Mittagsmagazin "Mima". Ich frage mich was das soll?


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BeitragThema: Re: Alltagsfrust    Di 11 Jun 2013, 05:43

Fawkrin schrieb:
Wladimir I schrieb:
Zu meinem Alltagsfrust gehören auch die Sprachverderber. Wir haben Arten davon wie "Denglisch" die Fremdwörtersucht dabei schon erwähnt. Wir können das auch nochmals aufgreifen und vertiefen.
Aber heute will ich auf etwas hinaus das mir neu zu sein scheint. Es ist die Abkürzungssprache.
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Ich glaube, dass man dem falschen Beispiel vieler Eltern nacheifern will - man will modern und Kumpel sein. Und das drückt sich auch sprachlich aus.

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BeitragThema: Re: Alltagsfrust    Di 11 Jun 2013, 05:51

Wladimir I schrieb:
Fawkrin schrieb:

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Ich glaube, dass man dem falschen Beispiel vieler Eltern nacheifern will - man will modern und Kumpel sein. Und das drückt sich auch sprachlich aus.

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Mutter bzw. Vater sein und gleichzeitig Kumpel sein, geht in der Erziehung nicht, weil Kinder neben Liebe und Verständnis auch Grenzen und damit Struktur, Sicherheit, Orientierung und Verlässlichkeit brauchen. Ein Kumpel ist eine zu unverbindliche Form von Beziehung.

Kinder brauchen Führung durch ihre Eltern. In Denglisch: Kids brauchen leading durch ihre Eltern.
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BeitragThema: Re: Alltagsfrust    Di 11 Jun 2013, 11:21

Fawkrin schrieb:
Wladimir I schrieb:
Fawkrin schrieb:
Mehr Zeiten für Werbung herausholen?
Ich glaube, dass man dem falschen Beispiel vieler Eltern nacheifern will - man will modern und Kumpel sein. Und das drückt sich auch sprachlich aus.
Mutter bzw. Vater sein und gleichzeitig Kumpel sein, geht in der Erziehung nicht, weil Kinder neben Liebe und Verständnis auch Grenzen und damit Struktur, Sicherheit, Orientierung und Verlässlichkeit brauchen. Ein Kumpel ist eine zu unverbindliche Form von Beziehung.

Kinder brauchen Führung durch ihre Eltern. In Denglisch: Kids brauchen leading durch ihre Eltern.

Diese Bestätigung, obwohl ich Deine Meinung teile, wollte ich nicht erreichen. Mir ging es um die Medien. Und wie die Eltern ihren Erziehungsauftrag durch Kumpelhaftigkeit vernächlässigen dürfen, dürfen die "Öffentlich Rechtlichen" ihren Bildungsauftrag nicht vernachlässigen. Den haben sie nämlich! Aber vielleicht schaffen sie es auch gar nicht mehr, weil die Sprecher/-innen gar nicht mehr richtig ausgebildet sind? Können die die deutsche Sprache noch so, wie das früher Voraussetzung für diesen Beruf (das gilt auch für die meisten Schauspieler heute im Fernsehen) war?

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BeitragThema: Re: Alltagsfrust    Mi 12 Jun 2013, 06:12

Wladimir I schrieb:
Fawkrin schrieb:



Mutter bzw. Vater sein und gleichzeitig Kumpel sein, geht in der Erziehung nicht, weil Kinder neben Liebe und Verständnis auch Grenzen und damit Struktur, Sicherheit, Orientierung und Verlässlichkeit brauchen. Ein Kumpel ist eine zu unverbindliche Form von Beziehung.

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Diese Bestätigung, obwohl ich Deine Meinung teile, wollte ich nicht erreichen. Mir ging es um die Medien. Und wie die Eltern ihren Erziehungsauftrag durch Kumpelhaftigkeit vernächlässigen dürfen, dürfen die "Öffentlich Rechtlichen" ihren Bildungsauftrag nicht vernachlässigen. Den haben sie nämlich! Aber vielleicht schaffen sie es auch gar nicht mehr, weil die Sprecher/-innen gar nicht mehr richtig ausgebildet sind? Können die die deutsche Sprache noch so, wie das früher Voraussetzung für diesen Beruf (das gilt auch für die meisten Schauspieler heute im Fernsehen) war?

Wladimir I

Wladimir, Sprachen unterliegen einem permanenten Wandel. Ich rede nicht wie meine Großeltern und Du wahrscheinlich auch nicht - oder nicht ganz. Deswegen ist es wichtig seine Sprache zu pflegen und zu reflektieren welche Art und Weise Deutsch zu sprechen man seinen Kindern hinterlässt. Ich finde Denglisch und Abkürzungsdeutsch sind nicht erhaltenswertes. Schauspieler und Fernsehsprecher sollten hier Vorbildfunktion haben. Allerdings kann ich das auch wieder kritisch sehen, da wir in einer pluralistischen Gesellschaft leben und nicht das Recht haben beispielsweise Unterschichtssprachweisen, Dialekte und andere Formen als minderwertig abzutun und gar zu verfolgen - so wie es den Mundarten in den 1970er Jahren geschehen ist. Die Sache mit der Sprache ist halt auch mehrdeutig...

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